Synchronizität: bedeutungsvolle Zufälle nach Jung
Du denkst an jemanden, und genau in diesem Moment ruft er an. Du träumst von etwas, und am nächsten Tag siehst du es. Carl Gustav Jung nannte solche bedeutungsvollen Zufälle Synchronizität.
Redaktion Ezostylia · Fakten in Quellen geprüft · aktualisiert 31.10.2026
Der goldene Skarabäus
Jung beschrieb eine Patientin, die während einer Sitzung von einem Traum über einen goldenen Skarabäus erzählte. In genau diesem Moment klopfte ein Käfer gegen das Fenster seines Behandlungszimmers – ein Goldglänzender Rosenkäfer, der nächste europäische Verwandte des Skarabäus. Jung fing ihn und reichte ihn ihr mit den Worten: „Hier ist Ihr Skarabäus." Dieses Ereignis wurde zum Wendepunkt in der Therapie.
Jung und Pauli
Im Jahr 1952 veröffentlichte Jung einen Essay über Synchronizität als Prinzip „akausaler Zusammenhänge", in einem Band gemeinsam mit der Arbeit des Physikers Wolfgang Pauli, Nobelpreisträger. Beide fragten sich, ob Geist und Materie tiefer miteinander verbunden sein könnten, als es die gewöhnliche Kausalität zulässt.
Was die Psychologie sagt
Psychologen weisen auf zwei Phänomene hin. Apophänie ist die Neigung, in zufälligen Ereignissen Muster und Bedeutungen zu erkennen. Der Bestätigungsfehler bewirkt, dass wir uns an Treffer erinnern (er hat angerufen!), während wir die hunderte Male vergessen, in denen wir an jemanden gedacht haben und nichts geschah. Hinzu kommt, dass Zufälle häufiger vorkommen, als wir intuitiv annehmen.
Wie man Synchronizität nutzen kann
Selbst wenn es ein Zufall ist, kann ein bedeutungsvoller Zusammenfall ein guter Anlass zur Reflexion sein: Woran habe ich gerade gedacht, was brauche ich, was möchte ich verändern? In diesem Sinne funktioniert Synchronizität ähnlich wie eine Tageskarte: Sie sagt nichts voraus, sondern lädt dazu ein, sich selbst eine Frage zu stellen.
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Quellen
Häufige Fragen
Wer hat den Begriff der Synchronizität geprägt?
Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung; am ausführlichsten beschrieb er ihn in einem Essay aus dem Jahr 1952, der gemeinsam mit der Arbeit des Physikers Wolfgang Pauli veröffentlicht wurde.